NPD an Hofheimer Schulen

Bereits in den neunziger Jahren versuchten Neonazis, allen voran die Freie Kameradschaften und die NPD, durch das Verteilen von CDs an Schulhöfen Kinder und Jugendliche für die rechtsextreme Szene zu rekrutieren. Nachdem 2004 eine solche bundesweite Kampagne von Freien Kameradschaften, bei der 50.000 CDs verteilt werden sollten, von der Staatsanwaltschaft Halle verboten wurde, machte sich die NPD dieses Mittel zu eigen. Zwischen 2004 und 2012 wurden so immer wieder CDs mit Titeln wie „Rebellion im Klassenzimmer – NDP rockt“ und „Der Schrecken aller linken Spießer und Pauker“ auf Schulhöfen in ganz Deutschland verteilt. Zumeist geschah dies zu Landtags- oder Bundestagswahlen, um Erstwähler zu rekrutieren. Die Musik auf diesen CDs stammte ausschließlich von einschlägigen Neonazi-Bands wie „Die Lunikoff Verschwörung“ oder „Noie Werte“. Die Auflagen bewegten sich meist zwischen 10 und 25.000 wobei die „Jungwähleroffensive“ der NPD zur Bundestagswahl 2005 eine Ausnahme bildet. Hier wurden bis zu 200.000 CDs auf Schulhöfen verteilt. Zuletzt waren Neonazis mit solchen Kampagnen nicht mehr in Erscheinung getreten, vermutlich weil die Rekrutierung zunehmend ins Internet verlagert wurde.

Nun scheint die Hessische NPD, beziehungsweise ihre Jugendorganisation JN (Junge Nationalisten) aber diese Idee wieder für sich entdeckt zu haben und verteilt aktuell im Wahlkampf zur Landtagswahl in Hessen erneut CDs, aber auch Aufkleber und anderes Propagandamaterial an Schulen. Das Ganze verkauft sie unter dem Namen „Schülersprecher“. Neben Propagandavideos der JN und verschiedenen Neonazi-Bands ist auf der CD mit dem Namen „Schulhof-CD 2.0 – [RE]GENERATION:EUROPA“ unter anderem auch wieder die Neonazi-Band „Die Lunikoff Verschwörung“ und der Neonazi-Musiker „Uwocaust“ , welche schon auf vorherigen Schulhof-CDs vertreten waren, zu finden.

Auf der Webseite zur Kampagne (schuelersprecher.info) sind sowohl die „Schulhof-CD 2.0“ als auch ein Wahlaufruf für die NPD und Propagandavideos zu finden. Zudem wird kostenloses Propagandamaterial angeboten.

Genau diese Website hat die NPD am 18.10. mit großer Kreideschrift auf die Schulhöfe der Main-Taunus-Schule sowie der Gesamtschule am Rosenberg geschrieben. Auch werden seit dem 15. Oktober wiederholt Aufkleber und Plakate der Kampagne auf den Schulhöfen und in der Umgebung verklebt. Ob auch die besagte CD verteilt wurde, ist nicht sicher. Neben Hofheim war die Kampagne auch schon in Fulda aktiv.

Dass die NPD ausgerechnet in Hofheim diese Kampagne vorantreibt, ist ein weiterer Teil einer Häufung von Nazi-Aktivitäten in Hofheim in der vergangen Zeit, zu welcher auch die großflächige Plakatierung zur Landtagswahl und das vermehrte Auffallen von JN-Aufklebern im Stadtbild gehören.

Sollten ihnen weitere Aktivitäten auffallen bitte wir sie darum uns diese an solidaritaetgrenzenlosmtk@gmx.de zu schicken.


Fotos der JN von den Aktionen an der Main-Taunus-Schule und der Gesamtschule am Rosenberg


Plakate und Aufkleber der Kampagne auf dem Schulhof und in der Umgebung der MTS

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